FEGEFEUER
– nach „Fegefeuer in Ingolstadt“ von Marieluise Fleißer
mit Texten von Sidney Kaufmann & Ruben Müller
In der Übung ging es um eine Auseinandersetzung mit „Fegefeuer in Ingolstadt“ von Marieluise Fleißer. Entscheidend war es, den biografischen und historischen Kontext der Autorin immer mitzudenken und zeitgleich die Arbeit mit einem vierköpfigen Ensemble zu erproben.
Dem Text Fleißers stehen dabei zwei Ergänzungen gegenüber: Einmal ein Monolog, der von dem Autor Sidney Kaufmann eigens für die Produktion geschrieben wurde. In ihm nähern sich Mensch und Hund in ihrer unstillbaren Gewaltbereitschaft – nur um in dem berühmten Bild des Hundes, der die Augen ausgestochen bekommen hat, von Fleißer zu gipfeln.
Und andererseits sind im Laufe der Recherche und der Proben ausführliche Regieanweisungen entstanden, die jede neue Szene einführen und mit Kontext, Vorahnungen und Spannung aufladen. Die Szenen sind dabei alle gedacht als Übungen – hier wird in einer vor-faschistischen Zeit Gewalt (aus)geübt. Noch scheint sie diffus und privat. Noch: „Mittlerweile auf den Straßen schon längst die Schlägertrupps. Mittlerweile ist irgendwie immer was los. Eine Langeweile kommt auf im Wohnzimmer. Ja, es muss sie doch langweilen. Wie eine Angewohnheit geht es weiter, eine Übung für den Ernstfall.“
© Frida Lang

mit (v.l.) Henning Grimpe, Alisha-Vievienne Hellmuth, Paula Aschmann & Sina Leinweber
Regie & Fasung: Ruben Müller
Monolog-Text: Sidney Kaufmann
Kostüme: Katharina Quandt
Mentorat: Johanna Eiworth
„es zieht der Hund Grimassen
die elende Lefze auf Halbmast
bei Menschen ein Zeichen von Ekel
der Hund, der sich ekelt vorm Menschen
wieder ausgerastet in Schussbereitschaft
weil er Befehl bekommen hat
rüdenhaft zu kopieren
er bellt“
– aus dem Monolog von Sidney Kaufmann

OTTO FALCKENBERG SCHULE
PREMIERE
2o. NOVEMBER 2023
WERKRAUM,
MÜNCHNER KAMMERSPIELE

















